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Evangelische Kirche A.B.

Aus Geschichte und Lehre

Die Kirchen der Reformation haben ihren Ursprung in Jesus Christus und stehen damit in der Tradition der Propheten und der Apostel. Zu den reformatorischen Kirchen in sterreich zhlen die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (A. B., lutherische Kirche) und die Evangelische Kirche Helvetischen Bekenntnisses (H. B., reformierte Kirche). Beide Kirchen sind Diasporakirchen, d. h. sie leben zerstreut als Minderheit unter einer anderskonfessionellen Mehrheit.

Die Reformation hat auch in sterreich eine beachtenswerte Tradition. Bald nach Martin Luthers Auftreten im 16. Jahrhundert in Deutschland kam seine Lehre durch Studenten und Reisende nach sterreich. Bcher und Schriften des deutschen Reformators wurden schon ab 1519 in Wien und Linz nachgedruckt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatten etwa zwei Drittel der Bevlkerung sterreichs die Lehre Martin Luthers angenommen oder standen ihr zumindest nahe.

Das Anwachsen der reformatorischen Bewegung beantwortete das rmisch-katholische Herrscherhaus Habsburg mit massiven Gegenmanahmen. Das Lesen, Kaufen, Weitergeben und Einfhren evangelischer Bcher wurde verboten. Wer nicht bereit war, sein evangelisches Bekenntnis zu widerrufen, wurde zum Tod verurteilt. Erster evangelischer Mrtyrer in sterreich war 1524 der Wiener Kaspar Tauber.

Die radikale Rekatholisierung sterreichs setzte 1619 mit dem Regierungsantritt Kaiser Ferdinands II. ein. Evangelische Prediger wurden des Landes verwiesen, evangelische Bcher verbrannt, Brger und Bauern vor die Alternative gestellt, auszuwandern oder katholisch zu werden. Dem evangelischen Bekenntnis konnte man nur im geheimen treu bleiben. Die sogenannte Zeit des Geheimprotestantismus wurde erst 1781 mit dem Toleranzpatent Kaiser Josefs II. beendet. Die Evangelischen waren nun geduldet. Sie konnten in Orten mit 100 Familien Bethuser errichten, Pfarrer berufen und studieren. Die Bethuser durften jedoch von auen nicht als Kirche erkennbar sein, also keinen Turm, keine Glocken, keinen ffentlichen Eingang von der Strae haben.

Gleichberechtigung erhielten die Evangelischen 1861 durch das Protestantenpatent Kaiser Franz Josephs I. Dieses Dokument sicherte ihnen volle Freiheit des Bekenntnisses und die ffentliche Religionsausbung zu. Eine Kirchenverfassung wurde erarbeitet und schlielich 1864 von der Generalsynode, dem hchsten gesetzgebenden Gremium der evangelischen Kirchen, angenommen.

Das Verhltnis zur Republik sterreich wurde 1961 mit dem "Bundesgesetz ber uere Rechtsverhltnisse der Evangelischen Kirche in sterreich" neu geregelt. Es wird darin als "freie Kirche im freien Staat" definiert.

Die Evangelische Kirche A. B. steht in der Einheit mit der einen heiligen christlichen Kirche. Sie bekennt sich zu dem dreieinigen Gott, grndet sich auf das in der ganzen Heiligen Schrift bezeugte Evangelium von Jesus Christus und gehorcht dem Auftrag ihres Herrn, das Evangelium lauter zu predigen und die Sakramente dem gttlichen Wort gem zu verwalten. Allein in Jesus Christus ist Heil, dargeboten von Gott allein aus Gnaden und empfangen allein durch den Glauben. Die Evangelische Kirche A. B. wei sich in Bekenntnis, Lehre und innerer Ordnung an ihre Bekenntnisschriften gebunden, wei sich aber auch verpflichtet, ihr Bekenntnis immer neu an der Heiligen Schrift zu prfen. Die Bekenntnisschriften der Evangelischen Kirche A. B. sind die im Konkordienbuch zusammengefaten Bekenntnisschriften der lutherischen Kirche.

Hinweise fr den Bestatter

1. Der Bekenner zum Glauben der Evangelischen Kirche A. B. wird als Protestant bezeichnet;

sein Religionsbekenntnis als evangelisch A. B.

2. Die staatliche Anerkennung als

Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in sterreich erfolgte durch das Bundesgesetz vom 6. Juli 1961, BGBl. Nr. 182/1961.

Die rechtliche Stellung der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in sterreich zum und im Staat grndete sich zunchst auf das kaiserliche Patent (Protestantenpatent) vom 8. April 1861, RGBl. Nr. 41/1861.

1949 gab sich die Kirche eine neue Kirchenverfassung und versuchte eine Neuordnung des sie betreffenden Staatskirchenrechts zu erlangen, was in Form des Bundesgesetzes vom 6. Juli 1961, BGBl. Nr. 182/1961, erfolgte.

3. An dem Verstorbenen wird keine rituelle Waschung vorgenommen.

Es ist keine besondere Kleidung vorgesehen.

Das Waschen, Ankleiden und Einsargen besorgen die Angehrigen oder in deren Auftrag die Bestattung.

Sargbeigaben, z. B. ein Handkreuz, sind im allgemeinen nicht blich.

4. Die Herstellung der Parte unterliegt Empfehlungen der Evangelischen Kirche A. B.:

- In den Text sollen von den Angehrigen ausgewhlte Bibelworte aufgenommen werden.

Er soll - wenn dies zutrifft - die Formulierung

... gestrkt durch den Empfang des heiligen Abendmahles ...

und weiters

... heimgegangen ist.

enthalten.

- Als Symbol kommt nur das Kreuz in Frage.

- Die Form der Parte ist den Angehrigen berlassen.

- Die Farbe des Partendrucks ist schwarz auf wei.

5. Der Amtstrger der Evangelischen Kirche A. B. wird mit seiner Amtsbezeichnung - Herr Pfarrer (es gibt auch weibliche Pfarrer) - angesprochen.

Er trgt einen schwarzen Talar mit weiem Beffchen.

Bei der religisen Handlung hat der Amtstrger im allgemeinen keine Assistenz.

6. Es gibt keine Besonderheiten, die von einer ortsblichen Trauerfeier nach christlichem Brauch abweichen.

Bei der religisen Handlung werden keine Kultgegenstnde bentigt.

Fr die Beistellung eines Kreuztrgers hat die Bestattung zu sorgen.

Die religise Handlung besteht aus Gebeten, Lesungen, einer Predigt, einem Votum und dem Segen.

Die Teilnehmer an der Trauerfeier oder ein Kirchenchor singen religise Lieder der Evangelischen Kirche A. B.

Als Rahmen der religisen Handlung knnen - wenn die Angehrigen es wnschen - Musikstcke oder Gesnge aufgenommen werden, wenn diese der evangelischen Lehre nicht widersprechen. So drfen vor allem weder Lieder mit lateinischem Text noch ausgesprochene Marienlieder (Ave Maria) gesungen bzw. gespielt werden.

Weltliche Redner sollen vor oder nach der religisen Handlung zu Wort kommen.

Bei Zweifel ber Wesen und Ablauf dieser Trauerfeier ist die Meinung des Amtstrgers einzuholen; sie ist magebend.

7. Die Evangelische Kirche A. B. erlaubt die Erd- und die Feuerbestattung.

8. Ein Gedchtnisgottesdienst wird nicht gehalten.

Allerdings wird in der Regel am Sonntag nach der Bestattungsdurchfhrung im Gottesdienst des Verstorbenen und seiner Angehrigen gedacht.

9. Das Entgelt fr den religisen Beistand wird nach ortsblichen Tarifen zwischen der Evangelischen Kirche A. B. und der Bestattung verrechnet. Es kann auch von den Angehrigen im Pfarramt erlegt werden.

Der Evangelische Oberkirchenrat A. B. (Kirchenleitung fr sterreich)

hat seinen Sitz in

1180 Wien, Severin-Schreiber-Gasse 3, Tel.: (1) 479 15 23

Von der Evangelischen Kirche A. B. bestehen in sterreich

- die Superintendentur der Dizese Burgenland mit dem Sitz in 7000 Eisenstadt, Bergstrae 16, Tel.: (02682) 624 90

- die Superintendentur der Dizese Krnten und Osttirol mit dem Sitz in 9500 Villach, Italiener Strae 38, Tel.: (04242) 241 31

- die Superintendentur der Dizese Niedersterreich mit dem Sitz in 3100 St. Plten, Schiestattring 31, Tel.: (02742) 733 11

- die Superintendentur der Dizese Obersterreich mit dem Sitz in 4020 Linz, Bergschllgasse 5, Tel.: (0732) 65 75 65

- die Superintendentur der Dizese Salzburg und Tirol (ohne Osttirol) mit dem Sitz in 5020 Salzburg, Sinnhubstrae 10, Tr 1209, Tel.: (0662) 83 20 70

- die Superintendentur der Dizese Steiermark mit dem Sitz in 8010 Graz, Mozartgasse 9, Tel.: (0316) 32 14 47

- die Superintendentur der Dizese Wien mit dem Sitz in 1050 Wien, Hamburgerstrae 3, Tel.: (1) 587 31 41

- Im Bundesland Vorarlberg hat die Evangelische Kirche A. B. kein Pfarramt.




 

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