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Feuerbestattung

Die rmisch-katholische Kirche erlaubt die Erd- und die Feuerbestattung.



Zur Feuerbestattung verweist die rmisch-katholische Kirche auf den Codex Iuris Canonici (CIC/1983), Canon 1176, 3: "Nachdrcklich empfiehlt die Kirche, da die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Grnden gewhlt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen."

Der Brauch der Brandbestattung, der erstmals in der Jungsteinzeit auftrat, war weder auf bestimmte Gebiete oder Kulturen noch auf bestimmte Zeiten beschrnkt. Dies gilt fr Mitteleuropa ber lange Zeiten hinweg, wobei die Grnde fr den bergang von einer Bestattungsart zur jeweils anderen weitgehend unbekannt sind.

Bei den Kelten wurde die Krperbestattung im 1. Jahrhundert v.Chr. allmhlich von der Brandbestattung abgelst, die schon vorher in der Hallstattzeit blich gewesen war. Ein gleicher Wandel vollzog sich auch bei den Rmern, bei denen es bereits seit lngerer Zeit beide Begrbnisarten nebeneinander gegeben hatte. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. gingen jedoch die vornehmen Rmer wieder zur Krperbestattung ber, whrend sich die Kaiser bis in das 3. Jahrhundert verbrennen lieen. Bis um die Mitte des 2. Jahrhunderts war auch im heutigen sterreichischen Raum die Brandbestattung die fast ausschlieliche Bestattungsart, und erst im 3. Jahrhundert wurde die Krperbestattung wieder allgemein blich.

Dieser neuerliche Wechsel der Bestattungsart war aber nicht auf das sich nur langsam ausbreitende Christentum zurckzufhren. Es knnten die bereits frher auftetenden stlichen Erlsungsreligionen, die ebenso wie die Christen die Brandbestattung ablehnten, wie auch der Umstand, da die fr eine solche Bestattung bentigten groen Holzmengen auf die Dauer nicht mehr vorhanden gewesen wren, diesen Wechsel beeinflut haben. Als schlielich Karl der Groe in seinem Reich im Jahr 785 die Brandbestattung untersagte, waren ab dem 9. Jahrhundert in Europa im allgemeinen keine Brandbestattungen mehr blich, wenn auch im nord-osteuropischen Raum um 1300 noch vereinzelt Brandbestattungen vorkamen.

Das erste europische Krematorium wurde 1876 in Mailand in Betrieb genommen, whrend das erste Krematorium auf deutschem Boden im Jahr 1878 in Gotha errichtet wurde. Die feierliche Erffnung des ersten sterreichischen Krematoriums fand in Wien am 17. Dezember 1922 statt. Derzeit gibt es in sterreich 11 Krematorien.

Da jedoch viele Befrworter der Feuerbestattung, im besonderen die italienischen Freimaurer, eine antiklerikale Haltung einnahmen, sprach sich am 19. Mai 1886 das Heilige Offizium gegen das Verbrennen der Leichen aus und untersagte den Mitgliedern der rmisch-katholischen Kirche die Grndung oder Teilnahme an Vereinen, die die Leichenverbrennung propagierten. Am 27. April 1892 wurde jenen, die aus freiem Entschlu ihre Verbrennung wnschten, das kirchliche Begrbnis verweigert, und jenen Sterbenden, die sich nach ihrem Hinscheiden verbrennen lassen wollten, durften keine Sakramente gereicht werden.

Obwohl, vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, die Entscheidung fr die Feuerbestattung kaum mehr als Argument gegen ein kirchliches Dogma betrachtet wurde, beharrte die rmisch-katholische Kirche dennoch auf dem im Jahr 1886 eingenommenen Standpunkt. Im Auftrag und im Namen des Internationalen Verbandes fr Feuerbestattung wurde von Dr. Franz Michelfeit aus Wien in November 1961 eine Eingabe an Papst Johannes XXIII. gerichtet, mit dem um Aufhebung des kirchlichen Verbotes der Feuerbestattung ersucht wurde. Am 5. Juli 1963 rumte schlielich das Heilige Offizium den glubigen Katholiken die Wahl dieser Bestattungsart ein. Diese zunchst an die Bischfe ergangene geheime Weisung wurde am 24. Oktober 1964 durch die Verffentlichung im Amtsblatt, den Acta Apostolicae Sedis, als offizielle Zustimmung zur Feuerbestattung bekanntgegeben.

Nach den in sterreich geltenden Bestimmungen darf eine Leiche nur in einer behrdlich genehmigten Feuerbestattungsanlage (Krematorium) eingeschert werden. Dabei ist in einer Einscherungskammer nur jeweils ein Verstorbener zu kremieren.

Um die Identitt des/der Verstorbenen bzw. seiner/ihrer Asche zu gewhrleisten, wird dem Sarg anllich der Einscherung eine mit einer Nummer versehene Schamotteplatte beigelegt. Diese Platte ist nach der Kremation der Aschenkapsel, die der Aufnahme der Asche des/der Verstorbenen dient, beizugeben. Das Vermischen der Leichenasche mehrerer Personen ist verboten. Um die Aschenkapsel vor Beschdigungen zu schtzen, bietet der Bestatter ein im Sprachgebrauch als Urne bezeichnetes Behltnis an, in dem die Aschenkapsel verwahrt werden kann.

Verstorbene mit Herzschrittmacher drfen nur dann eingeschert werden, wenn der Herzschrittmacher vorher entfernt wurde.

Fr Feuerbestattungen drfen nur solche Srge, Sargeinbettungen, Sargeinlagen oder Sargbeigaben verwendet werden, deren Beschaffenheit keine Gefahr fr die Gesundheit von Menschen, fr die Umwelt und die Einscherungsanlage mit sich bringt. Aber auch die Bekleidung des einzuschernden Verstorbenen soll nach Mglichkeit bestimmten Anforderungen entsprechen. Ihr Bestatter wird Sie ber jene Bestimmungen, die bei der fr die Einscherung des/der Verstorbenen zustndigen Feuerhalle zu beachten sind, informieren und Ihnen bei der Auswahl des erforderlichen Sarges und der Sargausstattung behilflich sein.

Jede Leichenasche ist in einer Bestattungsanlage (Friedhof, Urnenhain) zu bestatten. Auerhalb eines Friedhofes (Urnenhaines) darf eine Leichenasche (Urne) nur mit Genehmigung der dafr zustndigen Behrde in einer ebenfalls von der Behrde genehmigten Sonderbestattungsanlage beigesetzt werden.

Verstreuen der Leichenasche ist in sterreich verboten.

Ein weitere Mglichkeit der Aschenbestattung: siehe

Naturbestattung

 

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