Neue Ergebnisse

Neue Ergebnisse der modernen Sterbeforschung / Sterbeforscher Bernard Jakoby begreift den Tod als Übergang in eine andere Form des Seins

"Der nur ist frei, der die Angst vor dem Tod verliert!"

Seit Urzeiten beschäftigt den Menschen die Frage: Was geschieht, wenn wir sterben? Es gibt keinen Kulturkreis auf dieser Erde, der nicht versucht hat, eine Antwort zu finden, das Danach zu erklären. In unserer modernen Zeit, in der die Naturwissenschaften die große Ernüchterung gebracht haben, ist der Tod ein Tabu und kaum noch als natürlicher Bestandteil des Lebens eingeordnet. Folgen davon sind etwa Jugendwahn und die Illusion, Sicherheit kaufen zu können... Der Tod macht Angst.

Das Buch "Auch du lebst ewig", das im Münchner Langen Müller Verlag erschienen ist, will vermitteln: "Der nur ist frei, der die Angst vor dem Tod verliert!" Bernard Jakoby, der Autor, arbeitet seit l5 Jahren als Dozent für Sterbeforschung und als Sterbebegleiter. Er leitet Seminare und Gruppen über den angstfreien Umgang mit dem Sterben. In seinem interessanten Buch hat er die Ergebnisse der modernen Sterbeforschung zusammengefaßt.

Nahtoderfahrungen aus aller Welt gleichen sich:

Seit 25 Jahren haben Elisabeth Kübler-Ross und Raymond Moody Sterbe- und Todeserfahrungen studiert und sind vielen Angriffen ausgesetzt gewesen. Kübler-Ross hat auch das Vorwort zu Jakobys Buch geschrieben. "Der Mensch ist mehr als sein Körper und sein Gehirn. Sein Bewußtsein existiert völlig unabhängig davon", heißt es darin. "Der Tod ist nichts anderes als der Übergang in eine andere Form des Seins. Auf uns wartet die größte, bedingungslose Liebe."

Um den Vorgang des Sterbens besser zu verstehen, werden Menschen mit Nahtoderfahrung - man rechnet mit 50 Millionen weltweit - intensiv befragt. Weltweit, unabhängig von Religion und Kultur gleichen sich die Vorstellungen: ein Verlassen des Körpers, ein Tunnelerlebnis und ein unbeschreibliches Lichtempfinden voller Frieden, Ruhe, Glück. Dieses Licht wird als bedingungslose Liebe empfunden und auch als Gott bezeichnet. Es gibt eine Lebensrückschau und -bewertung, wobei der Sterbende sein eigener Richter wird, liebevoll begleitet von helfenden Lichtgestalten. Die - erzwungene - Rückkehr ins Leben empfinden alle als schmerzlich.

Geborgenheitsgefühl durch Sauerstoffmangel?
Eine Koblenzer Studie von l999 hat ergeben, daß von 80 Millionen Deutschen etwa dreieinhalb Millionen Nahtoderfahrung erlebt haben. Die meisten dieser Erfahrungen, die in der Regel nur wenige Minuten dauern, zeichnet das Wiedererinnern an eine tiefe Geborgenheit im großen Ganzen aus. Ist es neurophysiologisch zu erklären durch Sauerstoffmangel, Halluzinationen, Endorphinausschüttung?

Der Autor bringt viele verblüffende Beispiele, die belegen sollen, daß das nicht möglich sein könnte. Neurologen hätten eine "Schaltstelle der Mystik" im rechten Schläfenlappen direkt über dem rechten Ohr mitten im Gehirn entdeckt. Stromstöße in dieser Region zeigten, daß es dadurch zu außerkörperlichen Erfahrungen kommen kann, zum Sehen von Geistgestalten oder zu einem Lebenspanorama. Es fehlt aber immer das Erlebnis des überwältigenden Lichtes.

Das Buch ist gut gegliedert. Nichts ist ausgelassen: Sterbebettvisionen, Höllenerfahrungen, in denen der Sterbende seiner eigenen Angst begegnet und Läuterung findet, die freundliche und hilfsbereite Begegnung mit schon Gestorbenen. In einem sehr interessanten Kapitel werden die Jenseitsvorstellungen der Weltreligionen beschrieben. In Deutschland glaubt nach einer Umfrage des Magazins "Focus" von Ostern l999 im Westen jeder zweite an ein Leben nach dem Tod, im Osten aber nur jeder vierte. Und 65 Prozent der Deutschen glauben an Gott.

Bei dem Kapitel "Reinkarnation" fällt es einem kritischen und nüchternen Leser nicht leicht, den begeisterten Schilderungen zu folgen. Viele Beweise durch Hypnose werden angeführt. Die Seele habe viele Leben zu durchwandern und suche sich kurz vor der Geburt einen Feten aus, heißt es. Eine Seele brauche bis zur Wiedergeburt zwischen zehn Monaten bis 800 Jahren. Das habe sich in der modernen Welt auf 40 Jahre verkürzt, was möglicherweise die Überbevölkerung erkläre.

Durch die Summe seiner Gedanken, Handlungen und Worte schafft sich der Mensch sein Schicksal selbst - und die Zahl seiner Wiedergeburten, ist das Fazit. Der Mensch hat die freie Wahl. Seine Entscheidungen gründen sich entweder auf Angst oder Liebe mit den entsprechenden Konsequenzen.

Bei allen Vorbehalten gegen die zu oft wiederholten enthusiastischen Preisung der umfassenden Liebe nach dem Tod und dem unendlichen Glückszustand, der so ausführlichen Reinkarnationsbeschreibung kann das liebevoll geschriebene Buch doch eine große Hilfe sein für den, der glaubt oder sich überzeugen läßt, daß nach der Angst vor dem Tod nicht die Auslöschung sondern die umfassende geistige Erneuerung steht. Renate Gräfen

Bernard Jakoby: Auch du lebst ewig - Die Ergebnisse der modernen Sterbeforschung. Langen Müller Verlag , München.ISBN 3-7844-2775-8.




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